Was schenkt man nach 21 Jahren?

Content as a Present: Uhr, Gutschein, Blumenstrauß – bei Jubiläen greifen Unternehmen zu denselben Lösungen. Warum ein Content-Geschenk mehr hält.

Christoph Köhler

Managing Director Consulting & Innovation

Was schenkt man nach 21 Jahren?

Content as a Present: Uhr, Gutschein, Blumenstrauß – bei Jubiläen greifen Unternehmen zu denselben Lösungen. Warum ein Content-Geschenk mehr hält.

Christoph Köhler

Managing Director Consulting & Innovation

Ein Geschenk, das man einmal ansieht, ist kein Geschenk. Es ist eine Geste.

Die Frage, die keiner gern beantwortet

Ein Partner geht nach über zwei Jahrzehnten. Eine Geschäftsführerin verabschiedet sich nach dreißig Jahren. Das Unternehmen wird fünfzig.

Und dann sitzt jemand in der Verantwortung und muss entscheiden, was man dafür macht.

Die üblichen Antworten sind schnell gefunden. Eine Uhr, Gutschein, Blumenstrauß oder sogar eine Festschrift. Ein gerahmtes Bild mit Unterschriften. Im besseren Fall ein kleines "Filmchen".

Das Problem ist nicht, dass diese Dinge schlecht wären. Das Problem ist, dass sie nicht zur Größe des Anlasses passen. Jemand hat zwanzig Jahre seines Lebens in dieses Unternehmen gesteckt. Und bekommt etwas, das man einmal ansieht und danach ins Regal stellt.

Was Klenk & Hoursch stattdessen gemacht hat

Die Frankfurter Kommunikationsagentur Klenk & Hoursch stand vor genau dieser Situation. Ein Partner ging nach 21 Jahren in den Ruhestand.

Statt einer Rede und einem Fotobuch entstand eine Podcast-Serie. Zehn Folgen. Titel: „21 gute Jahre“.

Zehn Folgen à rund dreißig Minuten. Mit eigenem Intro, eigenen Trennern, eigenem Outro. Nichts davon war Standard von der Stange, alles wurde für diesen einen Anlass und diesen einen Menschen gebaut. Das ist der Unterschied zwischen einer Aufzeichnung und einem Geschenk: Bei einem Geschenk merkt man, wie viel Sorgfalt darin steckt.

Erzählt wird darin nicht die Geschichte der Agentur. Erzählt wird die Geschichte eines Menschen und dessen, was er aufgebaut hat, aus der Perspektive derer, die dabei waren. Weggefährten, Kolleginnen, Partner. Menschen, die etwas zu erzählen hatten und die dafür zum ersten Mal Raum bekamen.

Das Ergebnis ist kein Marketingprodukt. Es ist ein echtes Geschenk. Und es hat eine Eigenschaft, die kein Fotobuch hat: Man hört es sich noch einmal an. Und man gibt es weiter. Ein Veröffentlichungsplan ermöglich ein Streaming Erlebnis, das die Verbundenheit weit über den Abschied hinaus erhält.

Warum Content-Geschenke anders wirken

Sie würdigen eine Leistung, statt sie zusammenzufassen.
Eine Festschrift schreibt: Er hat die Agentur über zwanzig Jahre geprägt. Ein Podcast lässt zehn Menschen erzählen, wie genau das aussah. Der Unterschied ist nicht Länge. Es ist Tiefe.

Sie halten fest, was sonst verloren geht.
In jedem Unternehmen gibt es Wissen, das nur in Köpfen existiert. Warum eine Entscheidung damals so getroffen wurde. Wie ein Kunde gewonnen wurde. Was in einer Krise wirklich passiert ist. Wenn jemand nach zwanzig Jahren geht, geht dieses Wissen mit. Es sei denn, es wurde aufgenommen.

Sie funktionieren nach innen und nach außen.
Ein Abschiedsgeschenk ist zuerst für eine Person. Aber die Folgen können auch an Mitarbeitende gehen, an neue Kolleginnen, an Kunden. Aus einem Geschenk wird ein Stück Unternehmensgeschichte, das erzählbar bleibt.

Menschen öffnen sich am Mikrofon anders als vor der Kamera.
Das ist eine Beobachtung, die Audio-Produzenten regelmäßig machen: Ein Mikrofon ist weniger einschüchternd als ein Objektiv. Menschen vergessen es nach wenigen Minuten und erzählen freier. Für ein Geschenk, das von echten Erinnerungen lebt, ist das entscheidend.

Welche Anlässe sich eignen

Jubiläen des Unternehmens, meist zum 10., 25., 50. oder 100. Bestehen. Verabschiedungen von Geschäftsführern, Vorständen oder langjährigen Mitarbeitenden. Übergaben in Familienunternehmen, wenn eine Generation an die nächste abgibt. Runde Geburtstage von Gesellschaftern. Der Abschluss eines großen Projekts oder einer Ära.

Gemeinsam ist diesen Anlässen dreierlei: Es gibt eine Leistung, die gewürdigt werden soll. Es gibt Menschen, die etwas dazu erzählen können. Und es gibt einen Zeitpunkt, nach dem es zu spät ist.

Der Punkt, an dem man entscheiden muss

Ein Content-Geschenk braucht Vorlauf. Nicht viel, aber es braucht ihn. Man muss wissen, wer sprechen soll. Man muss diese Menschen erreichen, bevor der Termin da ist. Und man muss aufnehmen, solange die Erinnerungen frisch sind und die Beteiligten noch im Unternehmen.

Das ist der eigentliche Grund, warum die meisten Unternehmen bei der Uhr und dem Fotobuch bleiben: nicht weil sie das besser finden, sondern weil die Entscheidung zu spät fällt.

Wer im nächsten Jahr ein Jubiläum oder eine Verabschiedung im Kalender hat, sollte diese Frage jetzt stellen. Nicht im Monat davor.

Die häufigsten Fragen

Was ist ein Content-Geschenk?
Ein Content-Geschenk ist ein produziertes Medienformat, das zu einem Anlass entsteht und diesen überdauert. Typisch sind Podcast-Serien, Dokumentationen oder Audio-Erzählungen, in denen Weggefährten über eine Person, ein Unternehmen oder eine gemeinsame Geschichte sprechen. Im Unterschied zu Festschrift oder Fotobuch wird es wiederholt genutzt und weitergegeben.

Wie lange dauert die Produktion?
Das hängt vom Umfang ab. Für eine mehrteilige Serie sollte man mit einigen Wochen rechnen, von der Konzeption über die Interviews bis zum fertigen Schnitt. Entscheidend ist weniger die Produktionszeit als der Vorlauf: Die Gespräche müssen geführt werden, solange die richtigen Menschen erreichbar sind.

Bleibt so ein Geschenk privat oder wird es veröffentlicht?
Beides ist möglich. Viele Unternehmen produzieren ausschließlich für den internen Kreis, als privaten Feed oder als Datei. Andere veröffentlichen einzelne Folgen später, etwa zum Firmenjubiläum oder im Recruiting. Diese Entscheidung sollte vor der Produktion getroffen werden, weil sie beeinflusst, wie Interviews geführt werden.

Für welche Unternehmensgrößen lohnt sich das?
Der Aufwand skaliert mit dem Umfang, nicht mit der Unternehmensgröße. Entscheidend ist, ob es eine Geschichte gibt, die erzählenswert ist, und Menschen, die sie erzählen können. Beides gibt es im Familienbetrieb genauso wie im Konzern.

Wrap-Up

Bei Jubiläen und Verabschiedungen greifen Unternehmen meist zu Uhr, Gutschein oder Festschrift. Alle drei haben dasselbe Problem: Man sieht sie einmal an. Klenk & Hoursch hat für den Abschied eines Partners nach 21 Jahren stattdessen eine zehnteilige Podcast-Serie produzieren lassen, dreißig Minuten je Folge, mit eigenem Intro, eigenen Trennern und eigenem Outro.
Ein Content-Geschenk würdigt eine Leistung, statt sie zusammenzufassen, hält Wissen fest, das sonst mit einer Person geht, und bleibt erzählbar. Der einzige kritische Faktor ist der Vorlauf: Die Entscheidung muss fallen, bevor der Termin da ist.

Haben Sie einen Anlass im Kalender?

Wenn im kommenden Jahr ein Jubiläum, eine Verabschiedung oder eine Übergabe ansteht, lohnt sich ein frühes Gespräch. Wir klären, wer sprechen sollte, welche Form passt und was realistisch machbar ist. Gespräch vereinbaren

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